Der Morini-Motor hat ab Werk schon eine elektronische Zündanlage von Ducati (Ducati hatte eine eigenständige Elektro-Fertigung). Diese hat aber, wie viele Elektronikschaltungen aus den Anfängen, einige Schönheitsfehler. Angefangen von schlechten Startverhalten, miserablen Leerlauf bis hin zum generell schlechten Motorlauf. Das trifft nicht für alle Anlagen zu, aber die Streuung bei der Fertigung war schon enorm. Der Vorteil war, dass diese Zündanlage auch ohne Batterie funktioniert, weil sie durch eine Extrawicklung auf dem Lima-Stator versorgt wurde. Allerdings bei nachlassenden Magnetfeld vom Rotor wird das Ankicken des Motors zur Farce, da die erzeugte Spannung nicht mehr für eine gut funktionierende Zündung ausreicht.
Durch Umrüsten auf die digitale Zündung gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Der Umbau ist jedoch etwas aufwendiger, denn die Zündboxen können nicht weiterverwendet werden. An deren Stelle müssen zwei normale Zündspulen montiert werden. Die Zündanlage wird somit auf Batteriezündung umgerüstet und ist von der Batterie abhängig. Aber der Verbrauch der Digitalzündung ist sehr gering (ca. 10W) und belastet die Lichtmaschine nicht sonderlich.

 

Die Montage an der Kurbelwelle wäre beim Morini-Motor ungleich schwieriger und aufwendiger, daher nehme ich die Laufunruhe der Nockenwelle, hervorgerufen durch den Zahnriemen, in Kauf (bringt in der Praxis aber keine Nachteile).
Die Elektrik im Zündungsbereich muss durch die Batteriezündung etwas verändert werden. Bei den Zündspulen empfehle ich die von Beru (BERU ZS220), aber es können auch andere verwendet werden. Wichtig ist nur, dass der Primärwiderstand zwischen 2 u. 6 Ohm beträgt.
Die Box wird mit Hilfe eines mitgelieferten Trägerblechs in das linke Rahmendreieck montiert.
Die Einstellung ist denkbar einfach: den hinteren Zylinder auf OT stellen (PMS2-Markierung), dann die Lichscheibe so einstellen, dass die 'vordere' Led auf der Platine PU5a gerade zu leuchten beginnt und die Madenschrauben in der Impulsscheibe anziehen. Mit einer Blitzpistole wird dann noch der vordere Zylinder kontrolliert und ggf. durch Verstellen der Platine PU5b korrigiert.

Wo aber liegt jetzt der Vorteil einer digitalen Zündung?
Zuerst natürlich in dem sauberen Leerlauf! Kein Absterben mehr an der Ampel! Viele Probleme, die man an den Vergasern gesucht hat, sind verschwunden. Weiter eine garantierte Zündverstellung bis 34° vor OT, die sich auch durch Temperatureinflüsse nicht ändert, und eine ruhige Drehzahlanzeige. Der Umbau auf mechanische Drehzahlmesser wird jetzt überflüssig.
Nachteile? Die gibt es leider auch, denn wie schon erwähnt, ist das eine Batteriezündung. Wenn eine schwache Batterie (z.B. durch Licht) mal leergesaugt wird, dann geht nichts mehr. Dann hilft nur noch eins: Licht ausstellen und anschieben.

Als Zubehör ist noch der komplette Zündspulensatz mit allen Befestigungsteilen lieferbar.

Preis: 299,- Euro inkl. MwSt.
Preisangabe ohne Versandkosten
Einbauanleitung